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Das Waldreich

Nagarao ist ein Insel-Resort das sich um das Wohlergehen seiner Gäste sorgt. Nagarao besteht aber nicht nur aus der Resort-Anlage. Die Insel ist ein Naturrefugium. Hier darf der Urwald wieder wachsen, hier dürfen sich auch alle Tiere wohl fühlen, selbst im Bereich der Gezeitenzone und des Meeres rund um die Insel. Aber das ist nur die sichtbare Welt. Und gibt es denn nicht auch Dinge die unseren Augen oftmals verborgen bleiben?
Viele Naturvölker und deren Schamanen drücken es so aus:
„Die Welt in der wir leben ist nur eine Illusion. Die Realität liegt jenseits menschlichen Begreifens.”
Von Schamanen wird behauptet, sie können mit dem Geist in die jenseitige Welt eindringen. Ihre Erfahrungen haben die menschliche Vorgeschichte auf der ganzen Welt beeinflußt.
Nachdem in Nagarao wieder ein kleines Reich des Waldes, die Lateiner würden es „Imperium silvarum“ nennen, erwuchs und ergrünte, seltene Tiere neue Heimat fanden, begann ich mich mit jenen Dingen zu beschäftigen, die wir als Welt der Geister bezeichnen und mit dem Begriff „unerklärliche Phänomene” gerne abtun. Wer über das Waldreich Nagarao und seine Geister mehr wissen möchte, dem empfehle ich die nachfolgenden Ausführungen.

 

Die Geisterbäume

lunok

Ende der Siebziger Jahre begann ich auf Nagarao mit dem schrittweisen Bau des Resorts. Als engagierter Naturschützer betrieb ich eine umfassende Aufforstung, schützte die wenigen alten Bäume vor Abholzung und stellte auch das  Korallenriff vor der Insel unter Schutz.
Diese wenigen alten eindrucksvollen Bäume hatten nur überlebt, weil sich hier seit urdenklichen Zeiten der Glaube an Naturgeister gehalten hatte. Die Insulaner sind trotz Jahrhunderten der Missionierung davon überzeugt, daß „Enkantos“, so heißen hier die Naturgeister, die wahren Besitzer des Landes sind. Insbesondere „Tamawos“, das sind die Baumgeister, die auch bei den Indios am Amazonas eine wichtige Rolle spielen, leben in und um bestimmte Bäume, die auf dem Inselhügel wachsen.
„Tuti“, ein Schamane von der Nachbarinsel Guimaras, hat dazu weitere Einzelheiten beigesteuert. Er berichtete von zwei Baumgeister-Familien und deren Hilfsgeistern. Er kennt auch die Pfade, auf denen diese Geister entlang ziehen und die Bäume, die sie bewohnen.
Er ordnete den Geistern drei „Lebensbäume“ zu. Es handelt sich um die folgenden Bäume:
 
 

Bobog-Baum

Baum

Der Bobog - Baum ist der bedeutendste im geheimnisvollen Bereich der Baumgeister. Nach den Überlieferungen ist er Sitz freundlicher Wesen „ENKANTOS” oder TAMAWOS genannt. Sie haben menschliches Aussehen und verfügen über große magische Kräfte. Während der Blütezeit riecht der Baum modrig. Die apfelgroßen Früchte platzen in der Trockenzeit auf und enthalten eßbare, wohlschmeckende  Nüsse.

Nicht weit von hier landen und starten die Geister gelegentlich in einen „Himmelsschiff” zu Besuchen auf den Nachbarinseln. Dies wurde angeblich von den Insulanern häufig beobachtet.

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Lunok-Baum

.Lunok

Der Lunok-Baum gilt überall in den Philippinen als der klassische Geisterbaum. Er gehört zur Familie der Fikus-Bäume. Bereits Buddha fand unter einem solchen, auch Banyan genannten Baum, seine Erleuchtung. Auch der Baum der Erkenntnis im Garten Eden, war laut Forschern ein Feigenbaum und gehörte somit zur  gleichen Baumfamilie.
Die Luftwurzeln geben dem Baum, im wechselndem Licht, sein mystisches Aussehen. Hier leben die TAYHO-Geister der Insel, die im Glauben der Einheimischen  Tiermenschen sind. Sie dienen den Baumgeistern des Bobog-Baumes als Transportmittel.

Lunok

Die Insulaner flechten mit den Baumwurzeln einen Ring der die Einheit Baum-Baumgeist-Mensch symbolisiert. Selbst Kinder habe ich beim Ringknüpfen beobachtet. Sie sagten mir, dass ihnen damit Schutz und Stärke von den Enkantos verliehen würde.

Die kleinen Fruechte des Lunok-Baumes sind schmackhaft und reifen mehrmals im Jahr.



Bugnay-Baum

Bugnay

Der Bugnay-Baum ist der dritte Geisterbaum. Seine violetten kleinen Früchte reifen im Frühjahr und sind für Mensch und Tier genießbar.
Es gibt widersprüchliche Angaben zu seinen Geistern. Zum einen heißt es, die Geister würden hier auf ihren Wanderungen nur rasten. Zum anderen gibt es auch Überlieferungen, in denen von Zwergen und Elfen (DUENDES und KAMA-KAMA) die Rede ist.

Lola Oping

Tatsächlich opferte nicht nur die verstorbene Insel-Shamanin „Lola Oping” hier den Geistern Speis und Trank, sondern auch andere Inselbewohner und sogar Besucher naher Inseln. Oftmals waren die Gaben mit Blumen geschmückt. Daran ändert sich auch nichts, nachdem ich eine Kapelle in direkter Nachbarschaft erbauen lies.

Roofless chapel

Diese Kapelle widmete ich dem „Baum des Lebens“.

Sie hat absichtlich kein Dach und ich habe gleich eine Begründung für diese dachlose Kapelle und weitere dachlose Tempelchen auf Englisch niedergeschrieben:

This chapel has no roof.
This is by intention.
God dwells freely in His creation.
God can't be locked in
man-made roofed structures,
churches, temples, mosques or synagogues.
God communicates with us
only through His Creation.

Wie immer man als Europäer zu diesen Dingen stehen mag, so ist doch der Glaube an Naturgeister und die heilenden Kräfte der Schamanen, für die Filipinos von sehr großer Bedeutung. Das erstaunt umso mehr, als in den Philippinen ein ausgezeichnetes medizinisches Netz mit guten Ärzten und Kliniken zur Verfügung steht. Dies wird jedoch häufig erst dann genutzt, wenn die Kraft des Schamanen  zur Heilung nicht reichte.
Für mich persönlich ist auch wichtig, daß solcher Glaube zu mehr Respekt vor der Natur und zu ihrer besseren Erhaltung führen kann,.
Überzeugen Sie sich selbst, träumen Sie im Schatten dieser ehrwürdigen Bäume und verspüren Sie den Einklang zwischen Mensch und Natur.

 

Die Geister

Seit ich 1979 zum ersten mal die kleine Insel Nagarao auf den Philippinen betrat, erlebte ich manche unerklärlichen Dinge. Von den Einheimischen wurden sie immer als das Werk von Baum- und Waldgeistern bezeichnet.
Erst tat ich dies als den üblichen Aberglauben ab. Aber allmählich verwunderte ich mich zunehmend über die Ähnlichkeit dieser Darstellungen mit früheren Erklärungen, die mir einst ein guter Freund, der Indianerhäuptling Eugenio anläßlich eines Jagdausfluges bei den Cofanindios im Amazonasurwald von Ekuador gegeben hatte. Wir bewunderten  schon damals einen riesigen Urwaldbaum, den die Indios mit besonderem Respekt betrachteten, weil dort angeblich Baumgeister lebten.
Auch beim Studium der religiös-philosophischen Vorstellungen vieler Naturvölker fand ich immer wieder Hinweise auf bedeutsame und heilige Bäume. Mächtige Geister leben in Bereich dieser ehrwürdigen Bäume oder in heiligen Heinen, der Lebensbaum ist ein ständiges Motiv. Auch unsere germanischen Vorfahren verehrten über Jahrtausende hinweg bestimmte Bäume, die leider häufig der Axt christlicher Missionare zum Opfer gefallen sind.
Dies obwohl selbst in der "Genesis" des alten Testaments der Baum des ewigen Lebens eine zentrale Rolle spielt.


Für die lokale Zeitschrift „Files" sowie die Tageszeitungen „Panay News“ und „Sun Star“ schrieb ich über mehrere Jahre Beiträge in denen Umweltschutz eine große Rolle spielt. Meine simple Botschaft an die Leser war eindringlich. „Der Baum und der Wald sind des Menschen Leben. Wälder produzieren den lebensnotwendigen Sauerstoff. Sie sorgen für genießbares Wasser ohne dem kein menschliches Leben auf unserem Planeten möglich ist. Sie gewähren mit ihren Schattenkronen Schutz vor der sengenden Tropensonne, die unsere Haut unwiederbringlich schädigen kann. Sie geben uns Nahrung und dienen als Werkmaterial". Deswegen muß dem hier leider verbreiteten rücksichtslosen Abholzen massiv entgegen getreten werden.
Auch der Schamane Tuti (inzwischen ist er leider nicht mehr auffindbar) der von der Nachbarinsel Guimaras nach Nagarao kam, um Kranke zu heilen, benutzte Baumöle und Säfte. Ich selbst als überzeugter Naturschützer, habe Tausende von Bäumen auf Nagarao gepflanzt.

Diggers   Seedlings


Auf Grund meiner engen Beziehung zu Bäumen und dem Wald, insbesondere dem Urwald, sehe ich im Baum das wichtigste Glied eines komplexen Naturgeschehens. Ohne Bäume wäre menschliches Leben weder zustande gekommen, noch möglich. So habe ich kürzlich für die Insel Nagarao von einer Kollegin, die wie ich für die Zeitschrift „Files” arbeitete, eine Bestandsaufnahme jener Dinge anfertigen lassen, die von Ihr als Volkskunde, von den meisten westlichen Wissenschaftlern als Aberglaube, von den alteingesessenen Bewohnern jedoch als unumstößliche Tatsache und Wahrheit betrachtet werden. Diese Vorstellungen haben alle mit Bäumen zu tun.

Da jedoch Fremden, ohne Kenntnis der einheimischen Sprache, das Wissen um die Naturgeister nicht so frei und offen präsentiert wird, war meine Kollegin Evee Huervana die richtige Person für die nachfolgenden Untersuchungen, die ich frei aus ihrem englischen Bericht übersetze. Einige unwichtigen Teile habe ich weggelassen, anderes zum besseren Verständnis ergänzt:

Seit Martin Stummer sich erstmalig auf der Insel Nagarao niederließ, erzählten ihm die Einheimischen viele Geschichten über Geisterwesen, die diese kleine Insel bewohnen. Aber all diese Geschichten hinterließen keine Wirkung. Dieser Deutsche steht über solchen Dingen. Diesen „Unsinn" akzeptiert er nicht. Dieser Unsinn betrifft die Geschichten über Tamawos (Baumgeister), Duendes und Kama-kama (Zwerge und Elfen), Kapre (Kobold), Tayhu (Tiermensch), White Lady (Weiße Frau, die ebenfalls zur Familie der Tamawo-Baumgeister gehört) und andere ähnliche Geschöpfe, die in und um einige alte Bäume leben.
Die Erzählungen der Einheimischen basieren auf Aussagen von Personen, die diese Geisterwesen und ihr Treiben beobachten konnten. Es scheint, daß solche Beobachtungen angeblich harmloser oder sogar gutwilliger Naturgeister auf Nagarao häufig stattfinden. Andererseits rufen sie, gefährlich oder nicht, auch Angst hervor.
Später versuchte Stummer seinen Leuten die Furcht zu nehmen und lies all diese Naturgeister in einer anschaulichen Form aus festen Materialien nachbilden und aufstellen.

Opok

Ausgeführt wurden diese Arbeiten von Opog Edulag, einem inzwischen leider verstorbenen Fischer mit naiv-künstlerischem Talent. Er stammt von der Insel Naowai Jetzt können Besucher von Nagarao diese „Schutzgeister“ der Insel ansehen und bewundern. Nachfolgend einige der  mythologischen Geschichten über und um sie.

 

Der Untergang des Schlosses der Baumgeister

Einst existierte ein gewaltiger „Tignanam-Baum“. Seine rötlichen Blätter gaben ihm ein ehrwürdiges Aussehen und garantierten ihm eine bevorzugte Stellung unter allen anderen Bäumen der Insel Nagarao. Der Tignanam Baum stand exponiert wie ein Schloß auf steilem Fels nahe der Südküste. Die Menschen hier waren fest überzeugt, daß der Baum die Wohnstätte von Inselgeistern sei, die hier seit langen Zeiten lebten.
Auf Grund der Aussage eines alten Mannes namens Onofrio Edulag, konnten die Fischer der Nachbarinsel Naowai und Inampulugan, sobald ihre Boote in die Nähe der Südküste von Nagarao kamen, das Singen, Weinen und Lachen der Baumgeister vom Tignanam -Baum hören.
Manchmal konnten sie sogar eindeutig das Geklapper von Geschirr vernehmen, das für eine Mahlzeit vorbereitet wurde.
Doch dann, eines Tages, vor über 20 Jahren, brauste ein heftiger Sturm, der bereits in der gesamten Region große Zerstörungen anrichtete, auch über die Insel. Er entwurzelte mit einigen fürchterlichen Böen die „Behausung” der Baumgeister. Das verwunschene Schloß war zerstört und lag darnieder. Danach konnten weder Fischer noch andere Menschen an dieser Stelle die mysteriösen Geräusche hören, die so rätselhaft und zugleich erschreckend waren.
Jetzt ist die Stelle des Tignanam-Baumes von jüngeren Bäumen überwachsen. Kein Überbleibsel dieses gewaltigen Hartholzbaumes, mit seinen feurigen Blättern, verblieb auf der Insel
Die Erinnerung jener merkwürdigen Begebenheiten lebt jedoch im Gedächtnis der Einheimischen weiter.

 

Die Wiederentdeckung der Baumgeister

Am 10. Januar 1988 kam der Schamane Christiti „Tuti” Yao nach Nagarao um Martin Stummer beim Auffinden des besten Platzes für einen Brunnen zu helfen. Viele Menschen glauben, daß Tuti die Gabe und spezielle Kraft hat, Dinge der „unsichtbaren Welt" zu sehen. Er informierte den skeptischen Deutschen, daß die Insel von zwei Baumgeister-Familien bewohnt wird. Insgesamt sind es 16 Angehörige. In der philippinischen Volkskunde werden diese „Tamawos”, also Baumgeister, als Geisterwesen mit weißhäutigem fremdländischem Aussehen wahrgenommen. Sie können gefährlich oder freundlich sein. Wenn sie freundlich gesinnt sind, vermögen sie auf magische Weise den Menschen ein gutes Schicksal, Glück, Reichtum und Gesundheit zu schenken.



Der magische Weg der Baumgeister

Trail Trail

Die Geister legten auch einen festen Weg an. Er verbindet die Wohnbäume miteinander. Die drei Geisterbäume sind mit einem, dauerhaften "„Weg" verbunden. Der Weg geht auch durch Stummer's altes Haus am Berghügel. Das Haus existiert nicht mehr, Stummer ließ es abbrechen. Stummer's Wegenetz deckt sich nicht ganz zufällig in etwa mit den Pfaden der Baumgeister.

 

Serenade für einen schönen Baumgeist

Unter der Führung von Akong bestiegen 3 junge Männer den Hügel in Richtung „Bobog” -Baum auf der Südseite Nagaraos.
Akong, der auf der Nachbarinsel Naowai lebt, hatte seine Freunde eingeladen, mit ihm nach Nagarao zu segeln um einer schönen Baumjungfrau, die in einem wunderbaren „Haus” am Hügel wohnte, ein musikalisches Ständchen zu bringen.
Ausgerüstet mit einer Gitarre und mit einem Repertoire lokaler Liebeslieder, sangen sie vor dem „Bobog” -Baum. Langsam erschien Ihnen das „Haus” und im Fenster ein sehr schönes junges Mädchen. Obwohl starr vor Schrecken, sang Akong dennoch in seinem besten Bariton. Er versuchte das Mädchen zu betören und es schien als ob er Erfolg hatte.

Serenade


Das Mädchen lud sie zu einem Besuch ins „Haus" ein und sie klettern hinauf. Doch einer der drei jungen Burschen stolperte an der Eingangsschwelle und stieß unbedacht einen Fluch aus. Im gleichen Augenblick verschwand das wunderschön lächelnde Mädchen zusammen mit ihrem „Haus". Die drei jungen Männer fanden sich im Baum, erschreckt nach rettenden Ästen greifend, wieder. Und was war das für ein Fluch, der das romantische Abenteuer beendete? „Linti”, auf englisch: „lightning“!
Akong ist jetzt mehr als 60 Jahre alt, ein Großvater und er sollte nie mehr die hübsche Frau des Bobog-Baumes wiedersehen.

 

Das Himmelsschiff der Baumgeister

Seit etwa hundert Jahren bis zur Gegenwart wird übereinstimmend von einem Phänomen gesprochen. Es häufen sich dazu Berichte von Augenzeugen, sowohl von ganz jungen Leuten, als auch von gebrechlichen Alten. Einige Augenzeugen berichteten der Journalistin von entsprechenden Beobachtungen, die erst vor wenigen Wochen gemacht wurden.
Danach wird zwischen 7 und 9 Uhr abends ein leuchtendes Flugobjekt gesichtet. Dieses „Spaceship“ überfliegt, von Guimaras kommend, die Insel Inampulugan, erreicht die Nagarao-Insel um die es oft stundenlang schwebt, um dann wieder nach Guimaras zurückzukehren. Laut der verstorbenen Lola Oping, der Insel-Schamanin, ist die Insel Negros  auch Teil der Route.
Viele glauben, daß dieses leuchtende Raumschiff den Naturgeistern gehört, die auf Nagarao und anderen kleinen Inseln zwischen Negros und Guimaras leben. Viele Beobachter sind der Überzeugung, daß das Himmelsschiff auf Nagarao etwa einmal wöchentlich landet und die Geisterwesen ein- und aussteigen. Das Raumschiff folgt immer der gleichen Route und dies seit Menschengedenken. So in etwa ist die Route des Raumschiffs:


  Route

Wenn Sie das nächste Mal den Nachthimmel von Nagarao beobachten, können Sie vielleicht das „Raumschiff der Baumgeister" sehen. Soweit der Bericht von Evee Huervana.

 

Insel der Selbstfindung

Wer hofft, in den Tropen noch naturnahe Erlebnisformen zu finden, wird auf seinen Reisen leider oft enttäuscht.  Dies ging auch mir so. Deswegen habe ich mit kräftiger Hand und Stimme, unter den schwierigen Bedingungen eines Entwicklungslandes, auf meiner privaten Insel ein Lebensziel verwirklicht. Hier gibt es Tropen wie sie sein sollten, mit gesunden Bäumen und einer vielfältigen reichhaltigen Pflanzen- und Tierwelt.
Denn mit den nach meiner Aufforstung neu entstandenen Kräften der Natur, entdeckten die Insulaner, viele Gäste und auch ich, jene Werte wieder, die seit Anbeginn Teil der menschlichen Existenz sind: das unzertrennbar miteinander verwobene menschliche, tierische und pflanzliche Leben auf unserer Erde. Dazu gehört auch jene unsichtbare Welt von Geheimnissen, die Einheimische seit eh und je  mit der Präsenz von Baum- und Naturgeistern in Verbindung bringen. Es sind dies jene scheinbar kleinen und unerklärlichen Erfahrungen, die uns nachdenklich stimmen und zum meditativen Selbstfinden anregen.
Weit weg von der unerbittlichen täglichen Hektik und einer von rasch voranschreitender Technologie beherrschten Industriewelt, findet der Mensch auf Nagarao die nötige Ruhe. Hier gibt es den Freiraum den jeder Mensch benötigt, um sich selbst zu finden und neue Kraft daraus zu schöpfen. Hier gibt es noch saubere Luft, die einen klaren Blick in den Himmel und die Ferne zuläßt.
Sonnenuntergang und tropischer Sternenhimmel, Lichterscheinungen am klaren Nachthimmel, Schemen von Baumgeistern unter Urwaldbäumen, Stimmengewirr unzähliger harmloser tropischer Tiere, wuchernde Pflanzenpracht, Eintauchen in sein eigenes Ich und nachdenken über Sinn- und Seins-Fragen. Das genau ist es, was ich und viele meiner Gäste suchen und wollen.
Dies alles jedoch nicht ohne Komfort, sondern mit einem kühlen Drink,  bequemen Betten in netten Bungalows mit Meerblick unter blühenden Sträuchern. Einfach einmal der Zeit entrinnen, dem Streß und allen Lebensproblemen.
Auf Nagarao finden Sie viel Zeit für sich und für andere, die ähnlich denken und fühlen. Das ist die Vision, an der ich hart arbeitete und die hier auf Nagarao greifbar ist.

Herzlich Willkommen auf Nagarao !

Ihr

Martin Stummer


  Read


Hüter der Bäume

"Und der Baum sprach zu mir:
Hüte und beschütze mich,

damit auch Du lebest.

Denn sterbe ich,

mußt auch Du sterben.

Hast Du vergessen,

daß ich Himmel und Erde,

sichtbare und unsichtbare
Welt verbinde?

Ehre das Erbe deiner Ahnen,

denen ich heilig und göttlich bin.“

(Martin I von Nagarao)


Conference site of Tamawo elders
Baumgeister aus aller Welt treffen sich um ueber
das Schicksal der Menschheit zu sprechen


Diese Gruppe von Baumgeistern war das erste Werk vom einfachen Fischer und Inselkünstler Opog. Sie ist in einem kleinen ovalen dachlosen Bau aufgestellt der "Tempel der Rates" benannt wurde. Ich habe ihn folgendermassen beschriftet: " Dies ist der Tempel des Rates in dem unser Schicksal besiegelt wird".

Statue
Neben dem Tempel des Rates steht die kleine Kultstätte "Cosmic Tao", auf deutsch: Kosmischer Mensch, auch von Opog nach einer philippinischen Ifugao-Gottheit modeliert.

Weitere Kultstätten finden sich in der Nähe des heiligen Bobog-Baumes.

Es sind dies der offene Meditationsraum "Tempel der fünften Dimension" und "Tempel des himmlischen Navigators" in Anlehnung an die Erzählungen der alten Insulaner vom Raumschiff der Geister, das immer wieder auf Nagarao landet, und dessen Navigator.

"Die sichtbare Welt ist nur eine Illusion,die Wirklichkeit ist jenseits unseres Begreifens"

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